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10.02.2021, 20:00 Uhr | A.Brausen

Natur- und Erholungswert des Waldes am ehemaligen Waldstadion bleiben trotz neuem Wohnraum gesichert - Ausgleichsflächen gehören künftig nach Waltrop

Stellungnahme für die CDU Ratsfraktion

Baumbestand am ehem. Waldstadion (Foto: M.Ruschmeyer)
Die Fläche des ehemaligen Waldstadions soll bald für Neubauten zum sozialen Wohnungsbau und generationenübergreifenden Wohnen genutzt werden. Dabei fragen sich manche, was mit dem angrenzenden Wald passiert. 🌳🌲
Eine bundesgesetzliche Regelung zum Waldabstand existiert zwar nicht, die Mehrzahl der Gesetze stellt allerdings auf einen Abstand von mindestens 30 Metern zu baulichen Anlagen oder Gebäude ab. Gebäude und Straßen untereinander benötigen ebenfalls die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zueinander. Dies erschwert die Planung und führt fast zwangsläufig zu Veränderungen in dem Bereich.
➡ Dem zuständigen Ausschuss wurde ein Planungsentwurf vorgelegt, der der Natur und der Lebensqualität der Anwohner und Bewohner der neu zu errichtenden Häuser gerecht werden soll.
So wird im nördlichen Teil, der nach einem Tribünenbrand stark ausgedünnt ist, wieder Baumbestand aufgeforstet. Im südlichen Teil ist der Baumbestand teils stark beschädigt und mittelfristig in nicht unerheblichen Teilen nicht mehr standsicher. Dieser wenige Meter breite Streifen hin zu bereits vorhandener Bebauung wird künftig in für die Natur wertvoller Form bepflanzt werden, aber offiziell kein Wald mehr sein, um keine Abstandsproblematiken auszulösen. Ebenfalls ein fast quadratisches Stück zwischen ehemaligem Stadion und Waldweg wird künftig von Wald zu Grünfläche umgewidmet, um auf der Fläche des ehemaligen Stadions bauen zu können. Hierbei handelt es sich um eine Umwidmung und keine Flächenversiegelung.
Dies alles geht einher mit Artenschutzprüfung und dem Anlegen von mehr Höhlen, Nistkästen sowie Totholzpyramiden zur Förderung der Artenvielfalt.
Für die bebauten Flächen werden im Verhältnis doppelt so viele Ausgleichsflächen geschaffen und neu bepflanzt – leider wurde im Ausschuss vorgestellt, dass dafür Flächen im Münsterland und nicht direkt in Waltrop vorgesehen sind.
🔶 Die CDU Waltrop machte daher noch in der Sitzung klar, dass für künftige Flächen von der Verwaltung der aufwendigere Weg der Flächensuche innerhalb des Waltroper Stadtgebietes beschritten werden müsse. Hier besteht eine Schnittmenge mit den Ansichten der B’90 Grünen.
🔶 Von anderen Fraktionen unterscheidet die CDU Waltrop sich jedoch deutlich bei der Verkehrsplanung 🚗🚘: Der neue Parkraum für die zu erwartenden PKW der neuen Anwohner ist zwingend notwendig. Die Forderung der Grünen nach Verzicht auf die 50 Parkplätze würde den Parkdruck auf dem schmalen Waldweg und in den angrenzenden Straßen massiv verschärfen und das Unfallrisiko auf der teils als Schulweg genutzten Straße deutlich erhöhen.
Eine fehlende Zuwegung durch Straßen wäre zudem für viele in der Bewegung eingeschränkte Personen, die hier auf erschwingliche Sozialwohnungen hoffen, ein Problem. Gerade weil keine Buslinie in unmittelbarer Nähe liegt eignet sich dieser Bereich nicht für so ein Projekt mit autofreiem oder autofernem Wohnen. Die Standortkriterien passen an dieser Stelle für so ein Projekt nicht.
Die Verkehrssituation an diesem Standort ist durch leichten Versatz von Straßen, schwer einsehbare Einmündungen und nicht für jeden leicht erkennbaren Vorfahrtsregeln bereits heute potentiell unfallträchtig. Es muss geprüft werden, ob Maßnahmen wie Verkehrsinseln Abhilfe schaffen und als Querungshilfen der recht breiten Straßen dienen könnten. Die Verkehrszunahme muss dringend entsprechend berücksichtigt werden, statt den Verkehr noch mehr in die Wohnbestandsgebiete zu drängen. Hierauf hat die CDU bereits beim Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 78 'Waldstadion' im Juni 2019 hingewiesen.
Die CDU wird dieses Projekt in der Planung und Entstehung weiter begleiten und dafür Sorge tragen, dass die berechtigten Interessen des Umweltschutzes und der Lebensqualität der Anwohner und Waldbesucher gewahrt werden und in möglichst umweltverträglicher Form neuer Wohnraum entstehen kann, der sich schnell in die vorhandene Umgebung einfügen soll.
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Stellungnahme für die Fraktion: Andreas Brausen (Fraktionsvorsitzender)
Bild: Mirko Ruschmeyer